GPT
|
Die GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase; Alanin-Aminotransferase ; ALT ; ALAT ; EC 2.6.1.2) kommt fast ausschließlich in der Leber vor, wo sie nur im Zytoplasma der Parenchymzellen vorhanden ist, während die GOT zu je etwa 50% im Zytoplasma und in den Mitochondrien vorliegt. Aus dieser Lokalisation der beiden Transaminasen ergeben sich wertvolle diagnostische Hinweise bei den verschiedenen Lebererkrankungen. Höhere GPT-Werte sprechen für eine schwere Leberparenchymzellschädigung. Bei akuter Hepatitis sind stets die Transaminasen GOT und GPT im Serum erhöht, auch bei anikterischem (ohne Gelbsucht) Verlauf. Oft kann man den Enzymaktivitätsanstieg schon vor dem Erscheinen des Ikterus nachweisen. Bei chronischer Hepatitis und Cirrhose sind GOT und GPT niedriger als bei Virushepatitis. Ihre Bestimmung ist bei den chronischen Leberentzündungen vor allem zur Überwachung des Krankheitsverlaufes und der Therapie wertvoll, sie zeigen schnell akute Verschlechterungen des Krankheitsbildes oder Remissionen an. Im allgemeinen sind die Transaminasenwerte bei Cirrhosen etwas niedriger als bei chronischen Hepatitiden. Toxische Leberschädigungen können die verschiedensten Enzymmuster zur Folge haben. Hepatitisähnliche Bilder, wie auch Cholestase kommen vor. Bei der akuten Alkoholhepatitis übertrifft die GOT meist die GPT. Den stärksten Anstieg aber zeigt die γ-GT. Akute Schübe der chronischen alkoholtoxischen Hepatitis und der alkoholtoxischen Cirrhose weisen ähnliche Enzymmuster auf. Bei frischem Verschlußikterus steigen die Transaminasen im allgemeinen weniger an als bei akuter Virushepatitis. Durch hinzutretende Leberparenchymzellschädigungen kann sich das Enzymmuster aber verändern, dann steigen GOT und GPT stärker an. Frühzeitige Enzymbestimmungen sind deshalb erforderlich. Aufgrund des in das Testfeld integrierten Plasmagewinnungssystems gelten beim Arbeiten mit Reflotron® GPT die gleichen Normalwerte für Blut, Serum und Plasma (Angaben in U/1):
|