Harnsäure
| Harnsäure (engl. uric acid) ist das Endprodukt des Purin-Stoffwechsels.
Ein weiterer Abbau von Harnsäure zu Allantoin findet im menschlichen
Organismus nicht oder nur in minimalem Ausmaß statt.
Ein großer Teil der normalerweise anfallenden und zur Ausscheidung gelangenden Harnsäure entstammt den durch die Nahrung zugeführten Purinen und Eiweißkörpern. Mit steigendem Serum-Harnsäurespiegel nimmt die Wahrscheinlichkeit eines Gichtanfalls zu. So muss bei jedem zweiten männlichen Patienten mit einer entzündlichen Gelenkerkrankung an Gicht gedacht werden. Bei jedem 4. bis 5. Patienten ist mit einer Erhöhung der Harnsäure zu rechnen. Auffällig ist dabei das relativ häufige Auftreten einer Hyperurikämie bei Patienten im Alter zwischen 19 und 30 Jahren. Dadurch kommt es auch zu einer Vorverlegung des Manifestationsalters der Gicht um 2 Jahrzehnte. Die Gicht kann als klassisches Beispiel für die Verknüpfung von Erbanlagen und Umweltfaktoren angesehen werden. In 5-10% besteht eine Überproduktion von Harnsäure. Bei 90-95% liegt eine Störung der renalen Harnsäureausscheidung vor. Die Ursache ist ein angeborener Stoffwechseldefekt. Bei reduzierter Ernährung bleibt der Defekt latent, bei Über- oder Fehlernährung kommt es zur primären Harnsäureerhöhung. Viele Patienten mit kardiovaskulären Veränderungen sind unerkannte Gichtiker, bei denen die Gicht als Gelenkerkrankung noch nicht manifest geworden ist. Die Gicht ist oft mit anderen Stoffwechselkrankheiten kombiniert. Häufig haben Gichtpatienten gleichzeitig eine Fettsucht, Fettleber, Hyperlipoproteinämie (meist vom Typ IV) und verminderte Kohlehydrattoleranz. Alle diese Zustände fördern die Entstehung von Atherosklerose. Neben Hochdruck, Diabetes und Hyperlipoproteinämie gehört auch die Hyperurikämie zu den Risikofaktoren der Atherosklerose. Man kann also mit Recht von der Gicht als einer schweren Allgemeinkrankheit sprechen. Normalwerte : Aufgrund des in das Testfeld integrierten Plasmagewinnungssystems gelten beim Arbeiten mit Reflotron® Uric Acid die gleichen Normalwerte für Blut, Serum und Plasma.
Allerdings können auch bei Messwerten unterhalb der Obergrenzen deutliche Beschwerden auftreten. Bei der Beurteilung erhöhter Werte sind zirkadiane Schwankungen von über 1 mg/dl während des Tag-Nacht-Ablaufes besonders zu berücksichtigen. |