Die Funktion und Aufgabe der deutschen Apotheke wird im erheblichen Maße durch den Gesetzgeber bestimmt, der die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten gesichert wissen möchte. Da Arzneimittel Waren der besonderen Art darstellen, ist dieser Markt aus gutem Grund reglementiert. Ein Mehrverbrauch von Arzneien ist gesundheitspolitisch weder anzustreben noch sinnvoll. Die Zielsetzung "So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich" ist nicht nur interessant für die institutionellen Kostenträger, sondern auch für jeden Versicherten selbst.

Gerade während der Zeit der Corona-Pandemie wird deutlich, wie wichtig ein flächendeckender Zugang der Bevölkerung zu den öffentlichen Apotheken ist, die vielfach Engpässe in der Arzneimittelbeschaffung ausgleichen müssen, indem sie mit pharmazeutischem Sachverstand Alternativen wahrnehmen bzw. in Zusammenarbeit mit den Ärzten finden. Da viele Wirkstoffe nicht mehr in Europa hergestellt werden, ist eine Abhängigkeit in der Arzneimittelversorgung entstanden, die mit gesundheitspolitischen Weitblick hätte vermieden werden können. Hier sind die Entscheidungsträger gefordert, Korrekturen vorzunehmen, denn die Nichtverfügbarkeit z.b. von Antibiotika könnte schnell den Tod vieler Menschen bedeuten.

Der Fortschritt im medizinischen und pharmazeutischen Bereich, der ständig wachsende Altersdurchschnitt und ständig steigende Kosten in fast allen Bereichen stellen eine große Herausforderung für die Sozialversicherungssysteme dar. Folgende Maßnahmen sollen eine weitere Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge verhindern bzw. hinauszögern :

  • die Gründung des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), welches eine Beratungsfunktion hinsichtlich des Leistungskataloges der Krankenkassen ausüben soll, wobei hier erfahrungsgemäß in vielen Fällen vorwiegend statistische Erkenntnisse "bewährter" und meistens preiswerterer Arzneimittel herangezogen werden.
  • Festlegung von Leitsubstanzen durch den Bundesausschuss Ärzte und Krankenkassen, die mindestens bei 80% der GKV-Patienten im Anwendungsfall berücksichtigt werden sollen, was einer Planmedizin für diese Patienten schon fast gleichkommt, denn der Patient hat noch nicht einmal die Möglichkeit, teurere Medikamente durch Zuzahlung in Anspruch zu nehmen.
  • Einführung eines Rabattsystems zwischen pharmazeutischen Herstellern und Krankenkassen, die Apotheken dazu zwingt, bei Nichteintreten des "Aut-Idem-Falles" dem Patienten sogenannte Arzneimittel von Vertragsfirmen auszuhändigen. Die Wahlmöglichkeit des Patienten wird derart eingeschränkt, dass nicht mehr alle Hersteller wirkstoffgleicher Präparate Berücksichtigung finden können. Zwar kann der Patient sein Wunschpräparat zunächst zum vollen Verkaufspreis erwerben und danach einen Erstattungsbetrag bei der Krankenkasse geltend machen, aber dieser bürokratische Aufwand hindert den Patienten an der regelmäßigen Umsetzung dieser Möglichkeit. Das regelmäßig gefällige Ankreuzen des "Aut-Idem-Feldes" auf dem Rezept durch die verordnende Praxis setzt die Verordner zudem auch unter wirtschaftlichen Druck.

 

Gerade angesichts knapper wirtschaftlicher Ressourcen wird die Bedeutung der am Kunden ausgerichteten Beratung weiter zunehmen, da

  • in der Apotheke Bagatellerkrankungen von Leiden abgegrenzt werden müssen, die dringend in ärztliche Behandlung gehören.
  • die notgedrungenermaßen wachsende Selbstmedikation mit dem Verordnungsbereich abgestimmt werden sollte.
  • der Kunde von einer Beratung profitiert, in dem die Arzneimittel ein positives Kosten-Nutzen-Risiko-Verhältnis aufweisen.
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